Was ist eigentlich Anarchismus? Mit Anarchist Dr. phil. Peter Seyferth



[Musik] [Musik] oder [Musik] es ist nicht so dass herr doktor die anarchie entdeckt hätte irgendwie plötzlich wie die jungfrau zum kind kommt sondern umgekehrt als kind war ich noch recht brav habe die autoritäten gefürchtet es hat automatisch gestimmt was die lehrer die priester die polizisten und die eltern gesagt haben also alle die die größer und mächtiger waren als ich aber dann bin ich halt schön langsam erwachsen geworden und konnte nicht mehr in der kindlichen rolle des befehls empfängers bleiben und dann stellte sich die frage was ich eigentlich studiere und ich wollte genau die fächer studieren die mir erklären wie das sein kann dass es diese autoritäten gibt die sich über einen stülpen und auf einen sozusagen zum instrument machen können ich wollte mich befreien und habe gedacht durch ein entsprechendes studium werde ich das schaffen also habe ich politikwissenschaft soziologie und kommunikationswissenschaft studiert besser denen ich in gewissen emanzipatorischen impetus unterstellt habe das hat nicht ganz gestimmt war ein bisschen enttäuschend denn es hat sich herausgestellt dass die meisten vor allem politikwissenschaftler doch sehr am start hängen und das habt aber nur wenn trotz herausgefordert ich war ja auch punkrocker zu dieser zeit und naja dann gedacht grad extra peter studierte dieses fach fleißig mit einer guten note macht sind doch der titel dann kannst du das ganze fach so ändern dass es emanzipatorisch wird dass es sich dem staat und den kapitalismus und die unterdrückungsmechanismen vom leib reißt sie nicht mehr legitimiert sondern sie kritisiert und neue ideen und visionen na ja das habe ich nicht geschafft dass ich hab dem titel erlangt habe über anarchistische utopien promoviert das hat schon funktioniert und auch viel unterrichtet an universitäten aber dass politikwissenschaft ist nach wie vor schon ein sehr treues fach dass sich das politische handeln vor allem aufs tablett gestellt hat und ba untersucht jetzt würde ich mir eine bessere freiere anarchistische politikwissenschaft wünschen wünschen hilft leider nicht genug das heißt aber nicht dass ich jetzt aufgegeben hätte sondern jetzt muss ich sozusagen wie die subversive wühlmaus durch kleine veröffentlichungen reden ja sogar durch videos werbung für die anarchie machen die ich einfach für noch besser politisch noch sinnvoller und vor allem freiheitlicher als die demokratie halte die ja schon mal immerhin viel besser ist als alles was wir sonst hier auf deutschem boden hat anarchismus das ist ein schild hat ja das wird häufig in den mund genommen irgendwo kracht irgendwo ist ein chaos ihren wo passiert was schlimm ist und dann heißt anarchie aber das ist ganz falsch verwendet so das wort anarchie heißt nicht chaos jeder hat schon das graffiti gesehen dass anna h 1 1 a mit einem kreis darum herumkommt der kreis ist ein oder steht für ordnung anarchie das ist eine ordnung ohne herrschaft das ist das was die anarchisten anstreben und der anarchismus ja der ist eigentlich dreierlei man ist ein bisschen schwierig den zu definieren ihn auf eine enge schiene zu stellen aber ich versuche es einfach mal zu sagen erstens ist der anarchismus eine soziale bewegung anarchisten kämpfen für die anarchie und das machen sie in form einer bewegung zweitens ist anarchismus eine persönliche einstellung die auch unabhängig von dieser bewegung bei leuten einfach vor kommen kann wenn die einfach so ein bisschen freiheitlich auch ein bisschen frech und ungehorsam eingestellt sind und drittens ist der anarchismus auch noch ein gebäude von ideen die zusammen keine richtig gut zusammen passende theorie ergeben da gibt es keinen bock mathis muss da gibt es nur ein teppich von ganz zum teil unterschiedlichen ideen die aber auch alle in richtung dieser anarchie deutschen und mit anna sie das ist ein negativer begriff mit an beginnt der seine verneinung das ist die verneinung der also eher herrschaft die ja in ganz unterschiedlichen formen auftreten kann das kann ganz klassisch sein die staatliche herrschaft da gibt es dann aber auch eine wirtschaftliche herrschaft die etwa der boss den arbeitern gegenüber in der fabrik ausübt oder auch der kunde dem freiberufler gegenüber also das große system ist da der kapitalismus aber es gibt auch andere formen die der herrschaft die man auch alle mit sie bezeichnen kann und die anarchie die iss deren abwesenheit nun ist es so dass ich behaupten möchte das von der einstellung her eigentlich sehr viele leute ohne es genau zu merken anarchisten sind das ist selbst in deutschland wo das nicht so verbreitet es gibt das das sind die leute die nachts eine ampel kommen und rechts und links schauen und sehen da kommt kein auto es besteht keine gefahr und dann gehen sie einfach über die straße obwohl rot ist ja oder man sitzt einer party und man sieht bekommt seitlich was dran end scheint und man gibt ihnen einfach weiter ja es ist illegal das würde man nicht machen wenn polizist dabei wäre man braucht sich auch gar nicht dafür interessieren es ist einfach so man verstößt gegen gesetze und teil dinge und verhält sich nicht so wie das der staat oder der markt oder andere herrschaft und unterdrückungssystem von einem bewahrt man ist ständig und das auf eine kooperative manchmal lustige manchmal auch ein bisschen fragwürdige art und weise das ist so eine einstellung die habe ich bei mir irgendwann bemerkt in diesem jahr auch bei vielen anderen leuten aufgepasst aufgefallen dass das einfach weit verbreitet ist der sturz dann davon dass jemand der bei rot über die ampel geht oder mal steuern hinterzieht oder eben solche regel überschreitungen macht ohne andere zu gefährden oder sogar um anderen weiterzuhelfen darum dass solidarität nicht kaputt machen zu lassen durch statt kapitalismus sexismus rassismus und so weiter also darf daraus gleich also ein anarchist wird das ist natürlich viel seltener und ich aber das liegt daran dass der anarchismus keinen guten ruf hat aber ich finde manchmal sollten sich leute hinstellen und einfach sagen so ich bin anarchist und ich bin echt ein guter typ und jetzt hat auch gute typen probiert es doch auch mal mit der anarchie ich würde begrifflich schon zwischen anarchismus und aktivismus unterscheiden die meisten analysten sind auch in irgendeiner form aktivisten ja weil das kein reines theoriegebäude ist sondern als theorie oder theorie konglomerat das so wie ein puzzle zusammengesetzt ist das ist hier aus der bewegung heraus entstanden und bewegung ist immer aktivismus also man tut etwas und unter anarchismus ist eigentlich nicht so richtig für nur den schreibtisch obwohl ich selber schon vor allem anarchismus am schreibtisch betreibe und wenig raus gehe und was tue dann kann ich das auch besonders gut unterscheiden aber nun ist es so anarchisten sind typischerweise gegen den staat das ist aber kein alleinstellungsmerkmal es gibt sehr viele leute die etwas zb gegen eine bestimmten staat unternehmen den sie etwa bekämpfen das sind dann aber gar nicht leute die prinzipiell gegen den staat sind aber nur gegen diesen staat und das gilt für jedes militär beispielsweise das einem bestimmten staat und dessen armee bekämpft das sind aber keine anarchisten die wollen nur halt dort dass dann andere staat sein herrschaftsgebiet ausweitet oder dass man da eine kolonie errichtet oder etwas dergleichen und das gilt sogar für einige leute die ernsthaft versuchen auch von innen einen staat zu zerstören also etwa putschisten oder revolutionäre die einen neuen staat gründen wollen das sind dann auch noch keine anarchisten sondern eben fans von einem anderen stars der erst noch zu gründen ist und davon unterscheiden sich nun die anarchisten die wollen gar keinen start haben die halten dieses soziale konstrukt dieses gehäuse der hörigkeit dieses institutionalisierte untertanen tun mit regierung und verwaltung und all diesen dingen das halten die analysten für unnötig und für schädlich und sie hoffen eigentlich dass sie etwas aufbauen können das ohne diesen staat und andere herrschaft institutionen auskommt weil sie dafür kämpfen sind die aktivisten aber nicht alle aktivisten und anarchisten und noch nicht mal alle aktivisten gegen den staat sind anarchisten und jetzt kommt es komische es kommt vor dass analysten für rechte die man einem staat abgerungen hat kämpfen so dass das aussieht als würden plötzlich anarchisten sich für einen staat einsetzen der beispielsweise von neo liberalen politikern verkleinert wird zurückgezogen wird oder in seiner wirkmächtigkeit umgeleitet wird denn der schlanke staat ist nicht schlank er rechnet sich nur eben nicht gegen unternehmen sondern zum beispiel gegen arbeitslose und arme leute und so sind manchmal hat man im zuge etwa der arbeiterbewegung bestimmte arbeitszeit begrenzungen gesetzlich sich erkämpft ja das hat der staat nicht freiwillig hergegeben die acht stunden tag das ist eine idee für die anfang des zwanzigsten jahrhunderts die anarchisten gekämpft haben anderen war das viel zu radikal und das hat irgendwann geklappt der staat hat übernommen und wenn das jetzt wieder zurückgenommen wird dann stehen jetzt am liebsten auf und sag nein wir wollen dieses recht behalten und dann sieht so aus als wären die analysten für den staat ich glaube aber dass es im grunde eine pragmatische politische haltung ist zu sagen bevor wir uns jetzt diese erste nehmen lassen will nicht so dass das dass das wegbrechen des staates automatisch gut ist das kann viele schlimme dinge ohne staat passieren viele unterdrückungen dazu braucht dann den staat gar nicht und viele analysten sagen gut wir sehen das pragmatisch wir gehen koalitionen ein das machen aktivisten auch sehr häufig dass man einfach zu bestimmten themen koalitionen eingehe anna schief gehen gerne in andere bewegungen die ähnliche themen haben in feminismus etwa in die flüchtlingsarbeit in den widerstand gegen kernkraft und atomwaffen in die friedensbewegung überall dort finden wir anarchisten die mit leuten zusammenarbeiten die ein bisschen anders denken so sind aktivisten und anarchisten zum teil dieselben leute zum teil leute die zusammenarbeiten und manchmal sind es ganz unterschiedliche leute ich glaube noam chomsky hat recht wenn er fordert mehr anarchie oder mehr anarchismus an den universitäten ich bin mir gar nicht sicher ob er selber dem anspruch gerecht wird da seine wissenschaft ja ganz unpolitisch ist und nur seinen aktivismus die vielen bücher die er geschrieben hat im anarchistischen geist geschrieben sind aber ich glaube dass er gerade mit diesen anarchistischen werken die ja auch gelehrt sind wirklich was tolles anzubieten hat das über die idee dass man nur staatliche reformen hier mit seinem schraube da eine kleine schraube hinausgehen muss der anarchismus ist radikal er sagt nicht wir brauchen hier so ein bisschen andere tapete mal am gleichen gericht sondern der versucht das gesamte herrschafts gebäude zu untergraben und ich weiß dass es sehr viele bewegungen gibt die jeweils an einem thema sich abarbeiten das sind auch wirklich sehr wertvolle beiträge die da geleistet werden die aber oft nicht den gesamtzusammenhang sehen wollen also ich halte den feminismus für unheimlich wichtig ich halte die antirassistische arbeit zu unheimlich wichtig wir sind viele kämpfer gegen den kapitalismus unheimlich wichtig nicht alle da gibt auch ganz komische aber jeder von denen schreibt sich eigentlich auch seine plakate wir sind gegen ausbeutung unterdrückung gegen diese art herrschaft und die analysten die sind eben gegen alle arten von herrschaft und deswegen glaube ich dass man einen anarchismus ganz gut heute brauchen könnte der so eine art internationalität der also alle zusammenbringen kann in diesen einen aspekt dass man gegen die herrschaft von menschen über menschen eintritt dass man also nicht diese menschenpyramide die ist schlecht also errichten wie eine andere bessere menschenpyramiden sondern wo man sagt nein egalität heißt politisch müssen die leute ziemlich gleichmäßig sein das wird nicht ganz gleich mächte geben manchmal werden eloquente hre leute sich mehr durchsetzen können als leute die nicht so gut reden können oder es wird andere faktoren geben dagegen kann man versuchen institutionen aufzubauen die solche ungleichheiten minimieren aber ich finde es vor allem wichtig dass man nicht anstrebt eine bessere art von hierarchie aufzubauen sondern eine möglichst gut funktionierende politische egalität das heißt nicht die leute werden identisch oder tragen uniformen oder wir schneiden den leuten die 220 große füße ab damit alle gleich groß werden das wäre quatsch und unmenschlich wir sind alle einzigartig aber um die einzigartigkeit ausleben zu können müssen wir was die dauerhaften machtverhältnisse angeht alle ziemlich gleich sein und im je einzelnen aspekten sehen dass die feministinnen die antikapitalisten die antifa systemen und so weiter ja auch jeweils ein und ich würde mich freuen wenn wir uns da alle sozusagen auf einen kleinsten gemeinsamen nenner treffen können dass wir sagen wir wollen alle herrschaft abschaffen soweit uns das halt gelingt [Musik]




Comments
  1. Libertäre (Pseudoanarchos) sind der Schlechte Ruf der Anarchos, dabei sind es keine echten Anarchisten
    An alle Libertas: Geht euren Kapitalistenführer wählen. Echte Anarchos brauches keine Spitze,kein God,kein König nichts der gleichen!!

  2. Institutionen aufbauen, die Ungleichheiten minimieren? Ja, das nennt sich Staat. Und auch "wenn wir allen alles nehmen, werden alle alles haben" ist ein Oxymoron…

  3. Er propagiert Libertäre Ideologie, kein WUnder dass ihn Unis feiern. Wäre er Links würde er die Linkspartei wählen.

  4. Ein wirklich schönes und gut produziertes Interview mit einem interessanten Gast. Danke dafür.

  5. Ein Anarchist erklärt, was Anarchismus sein soll.
    Als nächstes erklärt ein Nationalsozialist was Nationalsozialismus bedeutet. 🙂

  6. Ewiggestriger Pseudooppositioneller Populismus. Es wird immer eine Hierarchie geben, auch der Staat ist nicht abzuschaffen. Anarchismus ist Dogmatismus, er verwechselt kindlichen Narzissmus mit Emanzipation. Auf heute zu übertragen vertreten Anarchisten Libertarismus. Käme der Staatskonstrukt weg, bliebe Hyperoligarchie und Anarchokapitalismus.

  7. Sorry, Doktor Peter aber Du bist kein Anarchist. Du bist politisch linksidiologisch und somit raus aus dem anarchistischen Freiheitsgedanken. Denn Anarchie ist weder links noch rechts. Die Natur ist Anarchie. Die wilden Tiere leben in einer Anarchie. Aber zu sagen, anstatt Demokratie jetzt Anarchie, zeigt mir, wie linksorientiert Du Dein Weltbild gerne hättest. Sorry, Du bist raus Hoecker!!!!! Du bist einfach ein Punk aber kein Anarchist!

  8. Der kleinste gemeinsame Nenner, nach Seyfarth:
    Alle Herrschaft abschaffen, soweit uns das gelingt…Wow, viel Spass dabei !

    Ich sehe mich nicht mehr als Anarchisten im Sinne eines -ismus, aber bleibe weiterhin anarchisch, will heissen, einer Grundhaltung verbunden, die den/die andere(-n) als gleichwertig in der Wertschätzung und im Recht auf die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse sieht.
    Der klassische Anarchistenspruch "niemandes Sklave, niemandes Herr" gilt also in jedem Fall weiterhin. Egalität ist sicher etwas anderes als Uniformität, was von bürgerlichen, Gesellschaftshierarchien verteidigenden Menschen, nur all zu gern, verwechselt wird.
    Anarchie ist also, wie hier auch richtigerweise wiedergegeben wurde, Herrschaftsfreiheit und kann von daher nicht Regellosigkeit, bzw. Gesetzeslosigkeit bedeuten, was durch den, ebenfalls griechischen Begriff Anomie beschrieben wird.

    Anarchisch zu sein ist von daher eher eine Grundhaltung, welche einer Entwicklung hin zur tatsächlichen Umsetzung bedarf und nicht bereits gegeben ist, von daher eine emanzipatorische Grundhaltung, welche die Anerkennung eines, in jedem Einzelnen vorhandenen, Potentiales erfordert, sowie die Bereitschaft für lebenslanges lernen und teilen mit anderen. Das ist ein ziemlich hoher gesellschaftlicher Anspruch für eine auf Hierarchien konditionierte Gesellschaft, wenn auch die Verhaltensforschung, Anthropologie und andere wissenschaftliche Disziplinen, vermehrt den Kooperationscharakter von verschiedenen, sozialen Tieren entdeckt, also auch der zum Größenwahnsinn geneigte Mensch.

    Dagegen sprechen geistige Dogmata, wie z.B. "der Mensch ist dem Menschen ein Wolf" oder "in Sünde geboren" bzw. ein "Sünder", von seiner "Anima" gesteuert und ähnliche glaubensbasierte Auffassungen, die erst durch den Glauben an eben diese Dogmen, die sich selbst bestätigenden Realitäten schaffen.
    Dazu kommen noch die jeweiligen hierarchiefördernden und gewalttätigen Herrschaftsstrukturen, die in der jeweiligen Muttersprache eingebettet sind und über viele Generationen hinweg, unbewusst, weitergegeben wurden und deswegen als natürlich empfunden werden.
    Sie werden als so selbstverständlich erlebt, das die strukturell alltäglich ausgeübte Gewalt als von der Sprachstruktur unabhägig gegeben erachtet wird und sobald die Muttersprache an sich in Zweifel gezogen wird oder andere Sichtweisen auftauchen, welche diese Gewalt hinterfragen und in ihrer Gegebenheit anzweifeln, impulsiv Abwehrreaktionen aus der sozialen Umgebung erfolgen.
     
    Dabei gibt es viele Gegenbeispiele die es kennenzulernen lohnt.
    Kleine indigene Gruppen, wie z.B. die Pidaha am Maicifluss, die Koi San "Buschleute", die Mapuche in Chhile/Argentinien und andere, leben zum Teil noch immer in akephalen Gesellschaften, wo es keine_n Bestimmer_in gibt. Ebenso gibt es auch Beispiele größerer Siedlungen aus der Jungsteinzeit, die den Schluss zulassen, dass diese Gesellschaften egalitär funktionierten, wie die Ausgrabungen von Catal Höyuk. Darüber hinaus soll es in der Geschichte immer wieder auch egalitäre, halbnomadische Gruppierungen gegeben haben, welche sich aus den hierarchischen Gesellschaften ihrer Umgebung ausgeklingt haben und sich relativ unabhängig von den großen Gesellschaften Zentralasiens bewegten.

    Von daher drängt sich die Frage auf, wie wir die jeweiligen Entwicklungsschritte dahingehend gestalten können, dass Menschen im gegenseitigen Respekt zu Konsensentscheidungen über die eigene Gruppe hinaus miteinander finden können, ohne Diktat und Zwänge. Sicher keine einfache, aber lohnenswerte Aufgabe, und zwar bereits während der Auseinandersetzung damit, denn die Früchte erntet man bereits auf dem Weg und nicht erst, wenn ein vermeintliches "Endziel" erreicht ist, was ich ohnehin bezweifle, dass es ein solches je geben wird.

    Wir haben bereits Kannibalismus, bestimmte Formen der Sklaverei und religiös motivierte Menschenopfer größtenteils überwunden. Die meisten Gesellschaften auf der Erde verurteilen prinzipiell Vergewaltigungen, das Brandschatzen und das Brunnenvergiften und halten diese Verhaltensweisen für keine legitimen Mittel zur Durchsetzung von Macht mehr, wenngleich es, leider noch viel zu häufig, geschieht.

    Ein verfassungsgestützter auf einem kapitalistischem System basierender, repräsentativer und lobbyistisch regierter Parlamentarismus, den wir, meiner Meinung nach, in Deutschland und in weiten Teilen des "Westens" (noch) haben, scheint zur Zeit eher ein Übergangsmodell hin zu einer neofeudalistisch plutokratischen Oligarchie zu sein, um danach, möglicherweise, in ein neues Caesarentum römischen Zuschnittes zu degradieren, weil die Masse der Menschen scheinbar lieber Verantwortung und Mündigkeit abgeben wollen und gutgläubig alimentiert werden möchten, als den couragierten, erwachsenen Schritt, aus der Lohnsklaverei heraus, in die selbstgewählte Freiheit zu machen.
    Die Sklavenmentalität, die Nietzsche beschrieb, scheint nach wie vor zu überwiegen und die für den "Westen" relativ friedliche II.WK-Nachkriegsepoche wird im historischen Rückblick vermutlich auf den Wiederaufbau mithilfe des Erdöls und der daraus entstandenen Produkte, im Spannungsfeld zwischen zwei ideologischen Systemen gesehen werden, der sich mit dem Scheitern des staatskapitalistischen Pseudosozialismus des Warschauer Paktes im Ausklingen befindet .

    Meinen tiefen Respekt an jede Person, die sich nicht vom Volumen des hier geschriebenen
    abschrecken liess…Cheers und Alles Gute.

  9. Sobald man versucht, Freiheit in Ideologie zu giessen, wird´s krank.
    Und letztlich sollten Sophisten wie Peter akzeptieren, dass sich leider viele die Freiheit nehmen, ihre Verantwortung an "Autoritäten" abzugeben…

    Kurz: die Leute haben die Freiheit, sich zu versklaven – und die meisten scheinen genau das zu wollen

  10. In zehn Jahren hat er dann eine Bier-Plautze und sich völlig mit seinem staatlich organisierten Akademiker-Job arrangiert…
    Kann dann noch besser von "Demokratie" und "Freiheit" schwätzen…

    Nur ein weiterer Sophist, der sich in seiner Rolle vielleicht gefallen mag, aber nichts verändert…

  11. Der Anarchismus-Begriff is so schwammig hier beschrieben wurden, man kann darunter jetzt quasi alles verstehen …

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